Chronik des Schützenvereines Lengers 1964 e.V.

Am Kirmesmontag, 14. September 1964, wurden im Saal der Gastwirtschaft Müller die ersten Gedanken über die Gründung eines Schützenvereines zwischen Reinhold Nagel und Fred Gross ausgetauscht.

In den darauffolgenden Tagen wurden Bürgerinnen und Bürger aus Lengers angesprochen und die geborene Idee der Gründung eines Schützenvereines ins Gespräch gebracht. Es wurde zu einem Schießabend im Saal des Gasthauses Müller (Mainzer Rad) eingeladen. Schützenbruder Fred Gross stellte sein eigenes kleines Luftgewehr und einen Kugelfang zur Verfügung. Mit diesem Gewehr wurde abwechselnd mit mehr oder weniger großem Erfolg geschossen und das Interesse am Schießsport auch in Lengers geweckt.

Drei Wochen später, am Sonntag, den 04. Oktober 1964, kam es zur Vereinsgründung.

Die Gründungsmitglieder waren: 

1.       Reinhold Nagel  †

2.       Fred Gross  †

3.       Margret Gross  †

4.       Franz Müller

5.       Renate Müller

6.       Helmut Scharfenberg †

7.       Franz Fritsch  †

8.       Hans Deisenroth †

9.       Herbert Thornagel †

10.      Ernst Lotz †

11.     Manfred Huth †

12.     Heinrich Lotz †

13.     Erika Lotz †

14.     Ernst Vollmer †

15.     Horst Deisenroth

16.     Heinrich Kirschner

 

Reinhold Nagel und Fred Gross meldeten den Verein bei dem damaligen Kreisschützenmeister Brandau in Bad Hersfeld an und wurden im Frühjahr 1965 zur Kreisversammlung eingeladen.

 Der erste Vorstand des Vereines setzte sich wie folgt zusammen: 

1. Vorsitzender                        Reinhold Nagel

2. Vorsitzender                        Ernst Vollmer

Kassierer                                 Manfred Huth

Schriftführer                             Franz Müller

Schießmeister                          Fred Gross

Der Jahresbeitrag wurde auf 12.00 DM festgesetzt und um die fehlenden Gerätschaften und Waffen erstehen zu können, wurde ein Einstandsgeld von 25.00 DM erhoben.

Vom ersten eingenommenen Geld wurde ein Luftgewehr der Marke Walther mit Knicklauf und Tiroler Schäftung und eines mit Normalschäftung sowie eine Zuganlage gekauft. Diese Anlage mit Kugelfang und Beleuchtung diente als Muster, nach diesem wurden drei weitere Anlagen nachgebaut.

Mit den so vorhandenen 4 Anlagen begann man den eigentlichen Schießbetrieb des Schützenvereines.

Mit der Aufnahme des regelmäßigen Schießbetriebes wurde auch der sportliche Ehrgeiz geweckt. Es wurden Übungssätze mit 15 Schuss verkauft und die Ergebnisse in eine Schießkladde eingetragen.

Der Wettlauf um die besten Leistungen begann, somit auch deren Steigerung.

Der Schießbetrieb war nun im vollen Gange und manche Mark konnte angespart werden. Von diesem gesparten Geld wurde ein weiteres Luftgewehr und zwei Zuganlagen, zunächst ohne Kugelfang und Beleuchtung, gekauft.

Später hatte man dann sechs komplette Anlagen.

Die Zuganlagen waren zunächst an den großen Saaltischen montiert. Um ein verrutschen der Anlagen zu verhindern, stellte man einfach mehrere Tische davor.

Inzwischen wuchs der Verein. Neue Mitglieder kamen hinzu. So bauten dann in Heimarbeit Herbert Thornagel und Fred Gross in der Werkstatt von Georg Reinhardt eine Rohrkonstruktion, auf welcher die Zuganlage befestigt wurde. Versehen mit einem Anstrich war man nach dem Aufbau stolz auf die schöne Schießanlage mit nunmehr sechs Ständen.

Nun wurde ein erstes Preisschießen veranstaltet, zudem die Nachbar-Schützenvereine eingeladen wurden. Die Preise wurden zum Teil von den Schützenbrüdern gestiftet und zum anderen Teil gekauft. Unter anderem war ein Fernglas und ein Seibert-Diopter für Luftgewehr bei den Preisen zu finden. Die guten Preise sorgten für eine ausgesprochene gute Beteiligung. Dadurch erzielte man eine unerwartete gute Einnahme von Startgeldern.

Die bestens organisierte Veranstaltung verlief zur vollen Zufriedenheit der Teilnehmer und des Vereines. Es konnte ein weiteres, das dritte Luftgewehr, gekauft werden.

Wichtig bleibt zu erwähnen, dass ein Betrag für die Vereinskasse übrig blieb, der den Grundstock für das bescheidene Vereinskapital bildete.

Im nächsten Sommer wurde fleißig trainiert und einzelne Schützen gingen schon zu Preisschießen der benachbarten Vereine und versuchten dort ihr Glück. Erfolge waren zu verzeichnen. 

Erster Vereinsmeister 1965 wurde Helmut Scharfenberg und beim Königsschießen wurde Horst Deisenroth 1. Schützenkönig.

Jungschützenkönig wurde Ernst Spangenberg.

Die Rundenwettkämpfe nahm der Verein im Jahr 1965/1966 auf. Die erste Mannschaft startete mit recht gutem Erfolg und im Jahr 1966 sprach man im Schützenkreis schon von den Schützen aus Lengers.

Nach den Anfängen des Schießbetriebes im Saal Müller konnte der Verein im Jahr 1972 den neu errichteten Schießraum im DGH in Betrieb nehmen. Ebenso stand ein kleines Vereinszimmer im gleichen Haus zur Verfügung.

Durch den starken Zuspruch und Mitgliederanstieg reichten die Räumlichkeiten schon bald nicht mehr aus. Der alte Plan der selbständigen Gemeinde Lengers, ein Schützenhaus in der Nähe des ehemaligen Lengerser Bahnhofes zu errichten, wurde aktualisiert. Es bedurfte einer erheblichen Kraftanstrengung des Vereines, um diesen Plan zu verwirklichen.

Die Festschreibung dieser Maßnahme im Grenzänderungsvertrag durch die damalige Lengerser Gemeindevertretung war sicherlich ein weiser Beschluss.

Mit Unterstützung von Bund, Land, Kreis und Stadt – vor allem aber der Schaffenskraft und des Mutes der eigenen Mitglieder – konnte dieses Schützenhaus errichtet werden.

Hier gebührt besonderen Dank dem verstorben Bürgermeister der Stadt Heringen, Herrn Georg Schäfer. Er hatte maßgeblichen Anteil daran, dass entsprechende Beihilfen beschafft wurden.

 

Mai/1982             Beschlussfassung der Mitgliederversammlung zum Bau des Schützenhauses Mitgliederzahl 79, Abstimmungsergebnis 76 ja und 3 Enthaltungen 

Sept./1982           Erster Spatenstich zum Schützenhausbau 

Sept./1983           Richtfest 

Mai/1984             Fertigstellung Gast- und LG-Raum 

Sept./1985           Fertigstellung der Pistolenstände 

Sept./1986           Fertigstellung  50 Meter Stand

Mai/1987             Fertigstellung der Baumaßnahme und Einweihungsfeier

Seit der Fertigstellung und Einweihung des Schützenhauses im Jahr 1987 hat der Verein die besten Voraussetzungen, um den Schießsport sportlich und mit der erforderlichen Sicherheit auszuüben. Die große Vielfalt der möglichen Disziplinen an nur einem Ort ausüben zu können sind in weitem Umkreis einmalig.

Die Jugendarbeit wurde stetig erweitert. Erfolge dieser Arbeit und die ersten Platzierungen waren bald zu verzeichnen. Erstmalig hatten wir wieder einen Kreis- und Gaumeister unter den Jugendlichen.

Bei den Kreis- und Gaumeisterschaften qualifizieren sich jedes Jahr einige Schützen und auch Schützinnen, die dann an der Hessenmeisterschaft in Frankfurt und auch an der Deutschen Meisterschaft in München teilnehmen.

Mai/2007             Auch im Bereich Behindertensport bietet der Verein behinderten Schützen Möglichkeiten an.  So wurde im Jahre 2007eine Abteilung Behindertensport geschaffen. Nach nur zwei Jahren rentierte sich diese Erweiterung. Unsere Ausnahmeschützin Natascha Hiltrop hat bei der Weltmeisterschaft 2010 in Zagreb den Qualifikationsweltrekord von 600 Ringen im Luftgewehr-Liegendkampf egalisiert. Mit dem vierten Platz im KK-Liegendkampf verschaffte sie der deutschen Mannschaft einen Quotenplatz für die Teilnahme an den Paralympics 2012 in London. Sie wurde 6. des Gesamtklassements und wegen dieser Leistung direkt vom C-Kader der „Deutschen Nationalmannschaft der Sportschützen mit Handicap“ in den A-Kader berufen.

Sept./2009           Erweiterung der schießsportlichen Möglichkeiten durch den Bau von
Scheibenträgern für den Bogensport.
Die „Abteilung Bogensport“ startet mit drei 18m Hallen-Plätzen auf dem KK-25m-Stand.

Mai/2010             Im Sommer nun auch 30m Bogenschießen neben dem Schützenhaus.

Okt./2010            Erweiterung der Bogenplätze auf nun insgesamt 6x 18m.
Die Scheibenständer sind tragbar und können bei Bedarf auf- und abgebaut werden.

Frühjahr 2011      Umfangreiche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen wurden begonnen und sollen u.A. unsere Einrichtung behindertengerechter und moderner gestalten. Auch auf den 25m Ständen wird bald mit Modernisierungen begonnen.

Frühjahr 2012      Fertigstellung der Umbaumaßnahmen an den 25m Ständen

Sommer 2012      Unsere Schützin Natascha Hiltrop startet bei den Paralympischen Spielen in London für die deutsche Mannschaft

2013                     Bau Mehrdistanz-Bogenstand (bis 50m)

                            Nach erreichen des Titels Deutsche Meisterin in der Disziplin 60 Schuss KK liegend wird Natascha Hiltrop Europameisterin in der Disziplin LG Liegend

2014                    Die Baumaßnahme Bogenstand wurde abgeschlossen, nun kann bis 50m geschossen werden.
Auf der Deutschen Meisterschaft in München erreicht Natascha Hiltrop 2x Gold, 1x Silber und 1x Bronze,
Fabian Otto (13) erreicht nach Kreis-Meister, Gaumeister und Aufnahme in den Hessenkader in seinem 1. Jahr eine Silbermedaille .

Am 30.08. Feierten wir unser 50 jähriges Bestehen. Bei einem Tag der offenen Tür zusammen mit einem Bürgerkönigsschießen wurden auch
viele Information Rund um den Sport und unseren Verein dar geboten. Ein sehr schöner Tag mit vielen Besuchern und Neugierigen.

2016                    Umfangreiche Baumaßnahmen zum erhalt der Gebäude un der Stände wurden vorran getrieben. Natascha Hiltrop holt Silber der Paralympics in Rio !
                         
 Lengers stellt 2 Mannschaften zu den Rundenwettkämpfen in LG-Aflage.

2017                    Die Baumaßnahmen wurden abgeschlossen und alle Stände wurden ohne Mängel abgenommen.
                           Natascha Hiltrop holt auf der DM in Münschen 4 x Gold. Fabian Otto holt sich bei letztmaliger Austragung der Disziplin Mehrschüssige Luftpitole (5 Fallscheiben in Reihe) in München Gold.

Zurzeit zählt der Verein 123 Mitglieder von denen 34 der Jugendabteilung angehören. Gerade die Jugend steht bei uns im Fokus. Daher wurde bei uns die Zahl der qualifizierten Jugendbetreuer bereits 2011 durch entsprechende Ausbildung verdreifacht. In 2014 haben auch 2  neue Trainer ihre Ausbildung abgeschlossen und somit den sportlichen Bereich weiter ausgebaut.
Da unser Sportangebot nicht altersabhängig* ist, haben wir von Kindern bis zu Senioren im hohe Alter aktive Schützen vorzuzeigen. Somit fördern wir generationsübergreifend die Kultur unseres Sportes und des Vereinslebens.

 

 

* ausgenommen einiger Disziplinen die durch das WaffG ein Mindestalter erfordern